Verhas_2_Big Open Twister_WN279
Verhas_2_Big Open Twister_WN279
Maximilian Verhas

Big Open Twister, 2018

Privat MOS
Privat MOS

Bronze

Masse: 100.00 x 92.00 x 92.00 cm

Maximilian Verhas (*1960 in Essen) revolutioniert seit 1990 mit seiner Serie der Rollkörper das Verständnis von Skulptur. Seine Arbeiten aus Bronze – mal matt, mal hochglanzpoliert – verbinden architektonische Strenge mit organischer Dynamik. Charakteristisch sind endlos verschlungene Bänder oder scharfkantige Formen, die nicht statisch fixiert sind, sondern durch Impulse in Bewegung gesetzt werden können. Diese Mobilität ermöglicht eine radikale Neudefinition der „Allansichtigkeit“: Betrachter*innen entdecken nicht nur die üblichen Außenseiten, sondern durch Rotation auch Unter- und Oberseiten, wodurch sich die Identität des Objekts ständig wandelt. 

Verhas’ künstlerischer Ansatz entstand während seines Studiums der Malerei und Bildhauerei in Nürnberg (1981–1986) und Berlin (1986–1990). Inspiriert von New York-Aufenthalten (1989) entwickelte er Skulpturen, die traditionelle Materialität mit kinetischer Interaktion verschmelzen. Titel wie Raumschraube (1999) oder Großer Hurrikan (2012) spiegeln seine Faszination für natürliche und kosmische Kräfte, während Serien wie Empty Houses (2004) minimalistische Architekturzitate in Bronze transformieren. 

International präsent – von Londoner Galerien bis zur Skulpturenbiennale Posen – fordert Verhas’ Werk eine aktivierende Wahrnehmung. Seine Skulpturen, etwa in der Sammlung Ströher (Darmstadt) oder im Stadtmuseum Berlin, inszenieren Bronze nicht als starres Medium, sondern als „Choreografie des Lichts“, die Schattenwürfe und Reflexionen in den Raum integriert. Mit Atelier in Berlin und Ausstellungen wie Winding Sculptures (2020, Galerie Friedmann-Hahn) bleibt er ein vitaler Impulsgeber für skulpturale Abstraktion.