Blonde de Blancs, 2023
Oel auf Leinwand
Masse: 56.00 x 66.00 cm
Jimmy Zurek (*1971 Wien), bürgerlich Philipp Schwarz-Zurek, ist ein österreichischer Multimediakünstler, dessen Werk sich durch radikale Interdisziplinarität und gesellschaftskritische Tiefe auszeichnet. Ausgebildet an der Wiener Universität für Angewandte Kunst, entwickelt er eine unverwechselbare Text-Bild-Symbiose: Textfragmente oder Montagen bilden oft den Ausgangspunkt für Tuschezeichnungen oder malerische Kompositionen in Acryl-Öl-Mischtechnik, wobei Sprache wie ein "Soundtrack" in die Bilder integriert wird.
Sein Schaffen umfasst Grafik, Malerei, Video, Performance und Theater. International bekannt wurde er mit Arbeiten wie dem Video "carry coals to newcastle (2002), das den Kunstmarkt ironisch hinterfragte, oder der Neuinszenierung von Brechts *Dreigroschenoper* unter dem Titel 3 Groschen für ein Halleluja (2007) im Wiener MAK, verbunden mit einer Ausstellung in der Säulenhalle. Thematisch kreisen seine Werke um Machtstrukturen, NS-Vergangenheit, Kapitalismuskritik und künstlerische Selbstreflexion, etwa in der Serie Gin Palace (2009), die als Straßenausstellung in Wiener Modeboutiquen den Kunstbetrieb dekonstruierte.
Seit 2004 dokumentiert Zurek sein Schaffen durch das Tattoo-Projekt And don't Forget the Joker, dass Ausstellungen in verschlüsselten Bildern auf seiner Haut archiviert. Aktuelle Werke wie ALMA MATER (2022/23 im Belvedere ausgestellt) reinterpretieren Edvard Munch, während die Serie Zur Goldenen Kunst (2021–2023) mit über 80 Gemälden und der Bronzeskulptur Giacomettwurst kulinarische und kunsthistorische Bezüge verbindet – ein Beispiel für seinen anarchischen Dialog mit Tradition. Zureks Kunst bleibt stets politisch: Seine Selbstporträts setzen sich kritisch mit Social-Media-Narzissmus auseinander und knüpfen bewusst an die verfemte Moderne der 1930er-Jahre (Beckmann, Kirchner) an.
"Kunst ist spirituell. Sie verbindet, was Wissenschaft trennt» – dieses Credo spiegelt sich in Zureks alchemistischem Ansatz, der Malerei, Theater, Musik und Aktivismus zu einer Poetik des Widerstands verschmilzt.