Casa Grande, 1997
Oel auf Baumwolle
Masse: 200 x 100 cm
Robert Indermaur (*9. Juni 1947 in Chur, Graubünden) ist ein Schweizer Maler, Bildhauer und Grafiker, der heute als eines der prägenden „Urgesteine" der Bündner Kunst- und Kulturszene gilt. Ursprünglich als Primarlehrer ausgebildet, wurde er in den 1970er Jahren freischaffender Künstler – zunächst als Abstrakt-Maler, dann als Figurativer, dem es um Menschen geht: woher sie kommen, wohin sie gehen, was sie denken. 1974 gründete er mit seiner Frau das erste Kleintheater Graubündens, die „Klibühni Schniderzunft" in Chur. Er lebt in Almens und Paspels (GR).
Seit den 1980er Jahren arbeitet Indermaur zunehmend in Bildzyklen. Lebensgroße Figuren und Menschengruppen wachsen zu vielstimmigen Kompositionen heran; Architekturelemente mutieren zu Theaterbühnen. Auf diesen entfaltet sich die Comédie humaine: zwischen liebevoller Karikatur und Satire, mit dem Kleinbürger in der Wohlstandsgesellschaft als einem der Hauptthemen. 1989/90 verbrachte er ein Jahr in Kalifornien, wo das Thema des Unterwegsseins, der Migration und des Nomadentums seine Arbeit prägte.
Indermaurs Werk umfasst über 4.000 Gemälde sowie Skulpturen für den öffentlichen Raum in der Schweiz und in Liechtenstein und Bühnenbilder für Theaterproduktionen. 2017 widmete ihm das Forum Würth Chur seine bisher größte Retrospektive „People's Park – Extension" anlässlich seines 70. Geburtstags. Die Ideen schöpft er aus dem täglichen Leben: Er setzt Menschen in den Raum, lässt sie miteinander kommunizieren, erfindet Geschichten und Orte. Seine Skulptur ist raumgreifend und narrativ – immer mit dem Menschen im Mittelpunkt.