Dialog, 2006
Oel auf Papier/Plexiglas
Masse: 71.20 x 101.00 x 2.60 cm
Robert Indermaur (*1947 in Chur) zählt zu den prägenden Schweizer Künstlern der Gegenwart, dessen Œuvre in über hundert Ausstellungen weltweit präsentiert wurde. Als Autodidakt durchlief er eine Entwicklung vom abstrakten zum figurativen Maler und schließlich zum Bildhauer, wobei der Mensch stets im Zentrum seines Schaffens steht: „Menschen interessieren mich mehr. Woher wir kommen, wohin wir gehen, was wir denken.“
Sein Markenzeichen sind surreal inszenierte Kompositionen, die als „dreidimensionale Momentaufnahmen“ menschlicher Existenz fungieren. Ohne Modelle zu nutzen, erschafft er archetypische Figuren, die auf architektonischen „Theaterbühnen“ agieren – etwa in Serien wie Wohnlandschaft (1983) oder Casa Grande (2001). Diese Szenarien hinterfragen Individualität und Konformität mit ironischer Schärfe, wobei seine frühen Werke Einflüsse des phantastischen Realismus zeigen, später orientierte er sich am malerischen Realismus Varlins.
Neben Leinwandarbeiten wie Peopels (2016) schuf Indermaur monumentale Skulpturen für den öffentlichen Raum, darunter den Orbiter in Chur als Symbol für Aufbruch. Nach einem USA-Aufenthalt lebt er seit 1983 in Almens und arbeitet ab 2004 in Paspels. Seine Werke sind in Sammlungen wie dem Forum Würth, dem Tryton Museum in Kalifornien und der Albertina Wien vertreten. Trotz Reduktion seiner Produktion in jüngerer Zeit bleibt sein Einfluss ungebrochen: Theatralik und Menschlichkeit verbinden sich zu einem visuellen Spiel zwischen Gesellschaftskritik und Poesie, das den Betrachter in einen Dialog über die Conditio humana zieht.