Dionysos, 2020
Bronze, handbemalt
Masse: 55.00 x 19.00 cm
Markus Lüpertz (*25. April 1941 in Reichenberg, heute Liberec/Tschechien) zählt zu den einflussreichsten deutschen Künstlern der Gegenwart. Als Maler, Bildhauer, Grafiker und Dichter entwickelte er eine unverwechselbare Bildsprache, die suggestive Kraft mit archaischer Monumentalität verbindet. Dem neoexpressionistischen Kanon seiner Zeit – er selbst wies diese Einordnung stets zurück – schlug er einen eigenen Weg ein, den er kompromisslos und mit exzentrischer Selbstinszenierung verfolgte. Von 1988 bis 2009 war er Rektor der Kunstakademie Düsseldorf.
Lüpertz' erste wichtige Werkphase begann 1964 mit der sogenannten „Dithyrambischen Malerei" – einer Verbindung überschwänglicher Geste, kräftiger Farbe und symbolischer Bildsprache, inspiriert von Nietzsche und dem dionysischen Prinzip. Es folgten die „deutschen Motive" (1969–1977): monumentale Stillleben symbolbeladener Gegenstände wie Stahlhelme, Schaufeln oder Fahnen – eine direkte, unbequeme Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Die documenta 7 (1982) markierte seinen internationalen Durchbruch.
Ab 1981 schuf Lüpertz auch als Bildhauer gewichtige Werke, darunter den kontrovers diskutierten Mozart in Salzburg (2005) sowie Bronzeplastiken nach mythologischen und kunsthistorischen Vorlagen. Seine Auseinandersetzung mit Poussin, Corot und der europäischen Malereitradition prägte die späteren Schaffensjahre. Lüpertz erhielt zahlreiche Auszeichnungen; seine Werke befinden sich in bedeutenden Museen weltweit, darunter das Stedelijk Van Abbemuseum und das Museo Reina Sofía.