Gerstein - Endless Walk
Gerstein - Endless Walk
David Gerstein

Endless Walk, 2012

Privat MOS
Privat MOS

Einbrennlack auf Metall

Masse: 94.50 x 160.00 x 14.50 cm

 

David Gerstein, geboren 1944 in Jerusalem, begann seine künstlerische Laufbahn als figurativer Maler, wandte sich jedoch in den späten 1970er Jahren der Dreidimensionalität zu, indem er Motive aus seinen Gemälden ausschnitt und vom Hintergrund löste. Diese radikale Geste markierte den Übergang zu freistehenden Skulpturen, die traditionelle Bildrahmen hinter sich ließen. Angetrieben vom Wunsch, die Grenzen der Malerei zu erweitern, entwickelte er eine persönliche Spielart des Pop-Art – beeinflusst von Künstlern wie Roy Lichtenstein und David Hockney –, die er als "Pop-Art der zweiten Generation" bezeichnete. Charakteristisch dafür sind leuchtende Primärfarben und Motive des Alltagslebens, die er zunächst in Holz und Industriefarbe umsetzte.

Ein entscheidender Bruch erfolgte Mitte der 1990er Jahre mit der Einführung der Lasertechnik, die Gerstein als Pionier für die Kunst erschloss. Er schuf mehrschichtige Stahlwandskulpturen, bei denen lasergeschnittene, handbemalte Aluminium- oder Stahlschichten in 3–5 cm Abstand übereinander montiert werden. Diese Schichtung erzeugt dynamische Schatten und räumliche Tiefe, die Motive wie Radfahrer, Schmetterlinge oder urbane Szenen lebendig wirken lassen. Zentrale Themen sind Bewegung und Alltagslyrik: Straßenszenen ("5th Avenue"), Sportler ("Berlin Marathon") oder Naturmotive ("Birds of the World"), die zwischen spielerischer Leichtigkeit und poetischer Erzählung oszillieren.

Gersteins Werk entfaltet seine volle Wirkung im öffentlichen Raum, wo über 40 monumentale Installationen weltweit Zeugnis von seiner gestalterischen Kraft ablegen. Herausragende Beispiele sind "Momentum" in Singapur (mit 4 m Höhe die höchste öffentliche Skulptur des Stadtstaats) oder die 60 × 300 m große Fassadengestaltung des Hyundai Department Stores in Seoul. Diese Arbeiten verbinden Architektur und Kunst und spiegeln Gersteins Credo wider: "Kunst soll Freude vermitteln – wie Luft und Wasser». Trotz gelegentlicher Kritik an der Serialisierung verteidigt er seinen Ansatz – inspiriert von Warhols Siebdrucken – als demokratische Geste, die Kunst für alle zugänglich machen will.