Malin_Himmelskörper_1
Malin_Himmelskörper
Malin_Himmelskörper_1
Malin_Himmelskörper
Georg Malin

Himmelskörper, 1980

Privat MOS
Privat MOS

Bronze, poliert

Masse: 75.00 x 60.00 cm

Georg Malin (*1926 in Mauren), einer der bedeutendsten Künstler Liechtensteins, entwickelte in seinen Bronzeskulpturen eine einzigartige Synthese aus sakraler Symbolkraft und geometrischer Abstraktion. Sein bekanntestes Werk, der Disentiser Würfel (1984–86/1988), verkörpert diese Verbindung: Der massive Bronzekubus zeigt diagonal eingetiefte Linien, die ein Andreaskreuz formen – ein Verweis auf das Wappen des Klosters Disentis, wo Malin seine Schulzeit verbrachte. Die Skulptur steht in einem Wasserbecken des Klosterhofs, wo sich Licht und Spiegelungen mit der Bronze zu einer meditativen Einheit verbinden. 

Diese Arbeit markierte den Beginn von Malins Serie der Buchstabenwürfel, in der er das Alphabet als „genialste Erfindung der Menschheit“ in dreidimensionale Bronzekörper übersetzte. Der Z-Würfel (1990/97) in Vaduz etwa abstrahiert den Buchstaben zu einer durchlässigen Stahlstruktur, die Betrachter*innen zum Umkreisen einlädt. Früh setzte Malin Bronze auch im sakralen Kontext ein: Für die Ausstattung von über 30 Kirchen, darunter die Kapelle St. Peter in Schaan (1962/63) oder den Dom St. Jakob in Innsbruck (1992/93), schuf er Portale, Taufbecken und Reliefs, die christliche Ikonografie mit reduzierter Formensprache vereinen. 

Sein Interesse an Bronze als „Material der Ewigkeit“ zeigt sich bereits in frühen Werken wie Spannung (1956), einer polierten Plastik, die Magnetfelder visualisiert. Später nutzte er die Patina des Metalls, um Naturphänomene – etwa Lichtreflexe auf Wasser – in öffentlichen Brunnenanlagen einzufangen. Malins Bronzen, international präsent (u.a. Europarat Straßburg), verbinden handwerkliche Präzision mit konzeptueller Tiefe: Sie sind „stumme Dialoge zwischen Menschen, Geschichte und Kosmos“.