Hoggr-Liege GIULIA, 2002
Polyrethan, Eisen bemalt mit Acryl und Firnis
Masse: 215.00 x 75.00 x 70.00 cm
In der Arbeit Hoggr-Liege bündelt Robert Indermaur seine charakteristische Nähe zur Wirklichkeit mit einer schelmischen, fast skulpturalen Sinnlichkeit. Das Objekt erscheint als liegende Skulptur, deren Formen zwischen Gebrauchsgegenstand und Figur changieren; die Oberfläche trägt Spuren von Malerei, Kratzern und persönlichen Markierungen, die Geschichten andeuten, ohne sie zu erzählen. Indermaurs Blick auf Alltägliches wird hier zur Bühne: eine einfache Liege verwandelt sich in ein psychologisches Porträt, in dem Abnutzung und Komfort zugleich als Metaphern für Erinnerung und Körperlichkeit fungieren. Farbflächen treffen auf realistische Details, Humor auf Melancholie. Die Hoggr-Liege wirkt einladend und bleibt doch distanziert: Man möchte sie berühren, aber die Distanz zum Werk bleibt spürbar. So schafft Indermaur ein Werk, das sowohl vertraut als auch überraschend fremd wirkt: ein stiller Dialog über Zeit, Material und die kleinen Narben des Alltags.