kleine Sitzende, 1991
Bronze
Masse: 32.00 x 28.50 x 19.50
Herbert Albrecht (* 7. Februar 1927 in Au im Bregenzerwald – † 9. Oktober 2021 in Wolfurt) zählt zu den bedeutendsten österreichischen Bildhauern der Nachkriegszeit. Er absolvierte die Kunstgewerbeschule Innsbruck und studierte anschließend an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Herbert Boeckl und Fritz Wotruba.
Zentral für sein Werk ist die menschliche Figur - besonders der Kopf: Ab den frühen 1960er‑Jahren entwickelte er eine expressive „Kopfserie“ aus Stein oder Bronze mit kubistisch wirkender Fragmentierung und klarer Formensprache. Seine Werke sind häufig als abstrahierte Köpfe, Torso oder Mutterfiguren gestaltet, mit raumgreifender Präsenz und emotionaler Intensität.
Im öffentlichen Raum sind wegweisende Arbeiten wie die Portalplastik an der Klosterkirche Mehrerau (1962), die Mutterfigur an der Autobahnraststätte Frutz (1976), seine Bronzeplastik am Juridicum Wien (1984), die Skulptur im Bregenzer Hafen (2011) sowie der monumentale „Doppelkopf“ in Wolfurt (2020) zu finden.
Albrecht verband klassischen Materialeinsatz mit moderner Formensprache: Seine Kunst spiegelt die Entwicklung von Historismus über Informel und Neuen Realismus wider. 2017 ehrte das Kunsthistorische Museum Wien sein Lebenswerk mit einer Retrospektive aus Anlass seines 90. Geburtstags.
Seine Leidenschaft für Stein formulierte er so: „Ich liebe den Stein in allen Ausformungen und Härten“ - bis zuletzt arbeitete er täglich, unbeirrt und mit klarer Vision.