o.T. (Lichtraster), 2014
Edelstahl mit LED Panelen dahinter
Masse: 100.00 x 100.00 x 17.00 cm
Otto Piene (1928–2014), Mitbegründer der ZERO-Gruppe, revolutionierte mit seinem Werk Lichtraster die Wahrnehmung von Licht als künstlerischem Medium. Die Lichtraster-Serie entstand ab 1957 und basiert auf perforierten Schablonen („Rastersieben“), durch die Piene Licht projizierte, um rhythmische Punktmuster zu erzeugen. Diese Technik entwickelte sich von handgeführten Kerzenexperimenten zu mechanisierten Installationen mit Motoren und Zeitsteuerungen, die Licht wie ein „Ballett“ durch den Raum tanzen ließen.
Die Werke – etwa Rasterbild (1957) – transformieren monochrome Flächen in vibrierende Felder aus Licht und Schatten. Piene nannte dies „Malerei mit Licht“: Durch überlagernde Gitter entstanden moiré-artige Effekte, die an Radarwellen oder kosmische Konstellationen erinnern. Seine Kindheitserfahrung als Flakhelfer im Krieg verarbeitete er dabei poetisch – aus den Schrecken der Scheinwerfer wurde ein Spiel aus Harmonie und Energie.
Lichtraster mündete in Pienes berühmte Light Ballets, die Besucher*innen in immersive Lichträume eintauchen ließen. Heute sind diese Werke in Museen wie dem MoMA oder dem Centre Pompidou zu finden und gelten als Schlüsselwerke der kinetischen Kunst.