Paladino Mimmo - Originalgraphik für den Eisernen Vorhang des Stadttheather Klagenfurt1 1998
Paladino Mimmo - Originalgraphik für den Eisernen Vorhang des Stadttheather Klagenfurt1 1998
Mimmo Paladino

Originalgraphik für den Eisernen Vorhang des Stadttheater Klagenfurt, 1998

Privat MOS
Privat MOS

Siebdruck in fünf Farben, Carborundum, Collage auf Isolux-Folie

Masse: 60.00 x 80.00 cm

Mimmo Paladino (*1948 in Paduli), Hauptvertreter der italienischen Transavanguardia, gestaltete 1998 den Eisernen Vorhang des Klagenfurter Stadttheaters mit einer limitierten Grafikserie. Die Arbeit entstand für den von Günther Domenig entworfenen Theaterneubau und kombiniert Siebdruck mit Collagenelementen in einer Edition von 50 nummerierten Exemplaren (Blattgröße 52 × 78 cm). Paladinos Entwurf zeigt seine typische Symbolsprache: fragmentierte Gesichter, archetypische Masken und hybridhafte Wesen, die an prähistorische Höhlenmalereien erinnern. 

Die Grafik reflektiert Paladinos Interesse an rituellen Darstellungen und theatralischer Inszenierung. Die Technik verbindet handwerkliche Präzision (u.a. Farbverläufe in Blau- und Ockertönen) mit expressiver Geste – eine für die Transavanguardia charakteristische Dialektik zwischen Tradition und Abstraktion.

Als Teil des Jugendstiltheaters (erbaut 1908–1910 von Fellner & Helmer) bildet Paladinos Vorhang einen Kontrast zur historischen Architektur. Seine Arbeit verweist auf die Doppelfunktion des Eisernen Vorhangs als Brandschutz und künstlerisches Statement – ein „bildgewordenes Manifest“, das die Grenzen zwischen angewandter und freier Kunst auflöst.