Rectangles, 2021
NFT (digital art work)
Masse: entsprechend Display bzw. Projektion
Stefan Kainbacher (*1980 in Dornbirn) zählt zu den prägenden österreichischen Medienkünstlern, dessen interaktive Installationen weltweit ausgestellt werden. Sein Werk verbindet Lichtkunst, generative Systeme und partizipative Elemente, um existenzielle Fragen der menschlichen Identität im digitalen Zeitalter zu erforschen. Die Installation I AM WHAT – präsentiert auf der 9. Schweizer Triennale der Skulptur – verkörpert diesen Ansatz: Fünf Meter hohe LED-Röhren projizieren Wortkombinationen wie „I AM“, „WHAT I AM“ oder „I AM WHAT I AM“ in endlosen Variationen. Diese animierten Texte reflektieren den „ununterbrochenen Fluss menschlichen Denkens“ und fordern Betrachter*innen zur Selbstbefragung auf, während ihre Spiegelung auf einer Wasseroberfläche die Tiefe der Introversion symbolisiert.
Kainbachers Schaffen ist geprägt von interdisziplinären Kooperationen und sozialer Interaktion. Im Projekt Y-LAND (2014, mit Eytan Shouker) lud er Besucher der Galerie c.art in Dornbirn ein, durch geometrische Muster auf hexagonalen Postern einen Dialog zwischen israelischer und palästinensischer Kultur zu initiieren. Jeder Beitrag wurde gescannt und ausgestellt – ein „analoges Prototyping“ für eine geplante Online-Plattform, die politische Gräben durch kollektive Kunst überwinden sollte. Seine Lichtskulptur für Keine Angst (2014, St. Petersburg) transformierte einen Ballsaal mit 1.344 Leuchtelementen in eine immersive Architektur, die als Projektionsfläche für Musikperformances diente und 1.500 Besucher*innen in einen „Fluss neuer visueller Realität“ zog.
Als Dozent an der FH Vorarlberg lehrt Kainbacher „Computational Empowerment“ und verbindet Programmierung (Python, Arduino) mit ethischer Reflexion über Digitalisierung. Seine Arbeiten – darunter Filme wie Behind Me! (2016) – untersuchen stets das Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Autonomie: „Wie definieren wir Identität in einer tech-dominierten Welt?“. International präsent (Mailand, Tel Aviv, Wien), bleibt sein Œuvre eine choreografierte Erfahrung aus Licht, Daten und menschlicher Selbstvergewisserung.