Red and Black, 2025
Farb- und Raumkonzept als Folie aufgezogen
Masse: ca. 200.00 x 75.00 cm
Garda Alexander (*1961 in Landau, Deutschland; seit 1990 in Zürich) arbeitet an der Schnittstelle von Malerei, Skulptur und Raumkonzept. Ihre Ausbildung führte sie über einen Akademieaufenthalt in Kolumbien und ein Gastjahr an der Hochschule für Bildende Künste in Bratislava bis zur Schule für Gestaltung Zürich; ein zusätzliches Studium der Humanmedizin prägt bis heute ihre Formfindung und Symbolsprache. Farbe, Form und Licht bilden für sie, gemeinsam mit dem Raum, eine untrennbare Einheit.
Charakteristisch ist ihr raumgreifender Ansatz: Alexander begreift Farbe nicht als Oberfläche eines Objekts, sondern als gestaltende Kraft, die Architektur beantwortet. „Wenn ich Architektur als den Körper eines Raumes denke, dann ist die Farbe seine Seele“, formuliert sie ihr Arbeitsprinzip. Konsequenterweise entstehen ihre Farbkonzepte nicht im Atelier für einen beliebigen Ort, sondern aus der Analyse des konkreten Gebäudes heraus – ein Verfahren, das sie in Werkzyklen wie Energiefeld, Lichtobjekt und Tracks über Jahrzehnte verfeinert hat.
Red and Black überträgt diesen Ansatz auf ein Bauelement, das gewöhnlich der reinen Funktion überlassen bleibt: die Lifttür. Die Reduktion auf zwei Werte – die maximale Intensität des Rot gegen die Absorption des Schwarz – erzeugt eine Spannung, die sich mit jeder Bewegung der Tür verändert. Was als Durchgang konzipiert ist, wird zur Bildfläche. Der Wechsel zwischen Öffnen und Schliessen macht das Werk zu einer Arbeit auf Zeit.
Ihre internationale Präsenz unterstreicht die Tragfähigkeit dieser Position: 2025 war Alexander mit der Intervention One Moment to Breathe im Palazzo Mora vertreten. Sie war Teil der vom European Cultural Centre kuratierten Ausstellung Time Space Existence im Rahmen der Architektur-Biennale Venedig (10. Mai bis 23. November 2025).