Relief Z. 1578, 2012
Eisen, weiss lackiert
Masse: 120.00 x 120.00 x 3.00 cm
Gottfried Honegger (1917–2016), Pionier der Zürcher Konkreten, entwickelte ab den 1960er Jahren Wandreliefs aus Metall, die seine mathematische Präzision mit sinnlicher Materialität verbinden. Arbeiten wie *Tableau-Relief Z. 940* (1986) zeigen Chromstahl- oder Aluminiumflächen, die durch scharfe Kantenschnitte und modular wiederholte Formen – Kreissegmente, Quadrate – eine dynamische Licht-Schatten-Wirkung entfalten. Diese Reliefs folgen Honeggers Prinzip der „Einfachheit als höchster Komplexität“: Jedes Element basiert auf mathematischen Modulen, doch der Zufall bestimmt finale Anordnungen.
Inspiriert von konstruktivistischen Ideen, transformierte Honegger die Strenge der Geometrie in poetische Objekte. Seine *Biseautage*-Serie (ab 1965) etwa nutzt schräge Metallkanten, um räumliche Tiefe zu suggerieren, während spätere Werke wie *Pliages* (Faltungen) aus dünnem Stahlblech Leichtigkeit und Bewegung evozieren. Für öffentliche Räume schuf er monumentale Versionen, etwa für die Grande Arche in Paris, wo Metallreflexe mit architektonischer Umgebung interagieren.
Honeggers Metallreliefs, heute in Museen wie dem Centre Pompidou präsent, verkörpern sein Credo einer „Ökologie der Schönheit“ – Kunst als demokratisches Gut, dass Betrachter*innen durch Klarheit zur Kontemplation einlädt.