Silhoutte, 2009
Glas
Masse: 54.00 x 42.00 x 14.00 cm
Charlotte Hodes (*1959, London) ist eine britische Künstlerin und Professorin für Fine Art am London College of Fashion (University of the Arts London). In ihrer vielschichtigen Praxis kombiniert sie Papierarbeiten, Collagen, Keramik, Glas und Zeichnung - alle getragen von einem feinen Gefühl für Muster, Figur und Bildsprache.
Hodes’ ikonographisches Zentrum sind weibliche Silhouetten - oft inspiriert durch historische Malerei, Keramikmuster oder Modezeichnungen –, die sie in einem dialogischen Wechselspiel mit ornamentalen Fragmenten platziert. Ihre Figuren erscheinen als ruhende Konturen, die sich zugleich im floralen oder dekorativen Hintergrund verlieren und neuformieren.
Ein bemerkenswertes Beispiel ihrer Arbeit ist die Serie “Wave: Rosette Red” aus der Ausstellung Silhouettes & Filigree (2009): In sechs großformatigen Papercuts (ca. 112 × 145 cm) verschmelzen präzise geschnittene Papierfragmente zu einem dichten Palimpsest aus Muster, Farbe und Frauenfigur. Die Farben, Formen und Kariierungen vermitteln eine ornamentale Dichte, die zugleich schwebend und strukturiert wirkt.
Hodes hinterfragt die Rolle der Frau in der Kunstgeschichte ebenso wie die Hierarchie zwischen Kunst und traditioneller Handarbeit. Sie revalorisiert vermeintlich dekorative Medien - Papier, Collage, Keramik - zu ernstzunehmender Kunst, in der Arbeit, Farbe und Schnitt intensives visuelles Denken erzeugen.
Ihre Sprache ist poetisch-subversiv: Mit minimalen Mitteln - Silhouette, Muster, Handarbeit - stellt sie große Fragen über Identität, Weiblichkeit und kulturelle Narrative.