Tableau Clous, 1969
Nägel und Acryl auf Holztafel
Masse: 60.00 x 61.00 x 7.00 cm
Bernard Aubertin (1934 – 2015) zählt zur legendären ZERO-Bewegung und ist bekannt für seine monochromen Werke in leuchtendem Purpurrot. Bereits 1960 begann er mit seinen Nagelbildern, bei denen er rote Nägel oder Stahlstifte auf Holztafeln montierte - ein prägnantes Merkmal vieler Tableaux Clous.
Ein typisches Beispiel: „Tableau Clous“ (1968/69/70) ausgeführt mit Acrylfarbe und in strengem Raster gesetzten Nägeln auf Holz oder Sperrholz. Die rote Lackierung und die enge Nagelstruktur ergeben eine intensive Fläche, die Licht, Materialität und psychische Wirkung vermittelt.
Aubertin selbst betonte die emotionale Wirkung von Zinnoberrot: Es symbolisiere Feuer, Energie und suggestive Präsenz - abstrakte Gefühle, die über rein geometrische Formen hinauswirken. Die Nagelspitzen erzeugen feine Reflexionen und Schatten - so entsteht eine mehrdimensionale Wirkung trotz reduzierter Mittel.
Seine „Tableaux Clous“ markieren den Übergang zu späteren Brand- oder Feuerbildern, in denen der destruktive Akt selbst Teil der Ästhetik wurde. Typisch für Aubertins künstlerische Vision ist die Verbindung von minimalistischer Form mit maximaler Farb‑ und Sinnesentfaltung: Farbe, Licht, Nagel und Oberfläche verschmelzen in einer visuell eindringlichen Komposition.