Vaduz, k.A.
Radierung oder Tusche
Masse: 42.70 x 49.20 x 2.00 cm
Prof. Eugen Zotow, geboren 1881 in Charkiw (Ukraine) als Ivan Grigorjewitsch Miassojedow und gestorben 1953 in Buenos Aires, war ein vielseitiger Künstler - Maler, Grafiker, Porträtist, Landschaftsmaler, Bühnenbildner, Fotograf und Philosoph. Er studierte in Moskau und St. Petersburg und emigrierte nach Berlin, bevor er im Exil in Liechtenstein unter dem Namen Eugen Zotow wirkte: Hier schuf er hunderte Kunstwerke, darunter Porträts, Blumenstillleben, Landschaften und die „Radierungen aus den elf Gemeinden Liechtensteins“ (1951).
Zotows Stil reicht von neoklassizistischen Bildnissen bis hin zu symbolistisch beeinflussten Werken mit mythologischen Themen - etwa der sogenannten „Argonautenfahrt“ oder „Amazonenlager“, von denen viele als verschollen gelten. In Vaduz entwarf er mehrere Briefmarkenserien, darunter die «Huldigungsserie» (1939) und „Binnenkanal“ (1943), womit er als Gebrauchsgrafiker breite Anerkennung erlangte.
Seine Landschaften aus Liechtenstein und der Schweiz zeugen von hoher technischer Präzision und stimmungsvoller Farbigkeit, während er politisch geprägte Zeichnungen und Demoszenen als Reflexion seiner Erlebnisse aus Krieg und Revolution schuf.
Von 1992 an bewahrt die Prof. Eugen Zotow‑Ivan Miassojedoff‑Stiftung in Vaduz seinen umfangreichen Nachlass mit rund 3.500 Werken. Diese Sammlung war Grundlage für Retrospektiven in Vaduz (1986), Moskau (1998) und Veröffentlichungen zur Erinnerung an seinen Beitrag zur Kunst des 20. Jahrhunderts.
Zotow blieb zeitlebens ein Traditionalist - ein Künstler, der klassische Bildmotive, philosophische Tiefe und technisches Können miteinander verband.