Megert - farbiges Scherbenbild
Megert - farbiges Scherbenbild
Christian Megert

farbiges Scherbenbild, 2011

Privat MOS
Privat MOS

bemalter Spiegel mit verglastem Holzkasten

Masse: 132.00 x 132.00 x 14.00 cm

Christian Megert (*6. Januar 1936 in Bern) zählt zu den bedeutendsten Vertretern der europäischen Nachkriegsavantgarde. Der Schweizer Bildhauer, Objekt- und Kinetikkünstler lebt und arbeitet in Düsseldorf und Bern. Seit 1959 verwendet er Glasscherben und Spiegel als sein zentrales künstlerisches Material – er gehörte zu den ersten Künstlern, die den Spiegel als eigenständiges plastisches Mittel zur Erforschung des realen Raums einsetzten.

1961 formulierte Megert sein programmatisches Manifest „Ein Neuer Raum", in dem er die Kunst aufforderte, alle Wahrnehmungsgewohnheiten zu überwinden. Er arbeitete eng mit der ZERO-Gruppe zusammen und war 1968 auf der documenta IV in Kassel vertreten. Von 1976 bis 2002 hatte er den Lehrstuhl für Integration bildender Kunst und Architektur an der Kunstakademie Düsseldorf inne. Seine Werke befinden sich u. a. in den Sammlungen des Guggenheim Museums New York, des Stedelijk Museums Amsterdam und des Kunstmuseums Bern.

In seinen Scherbenbildern dynamisiert Megert den Spiegel, indem er ihn zerschneidet, collagiert und splittert. Die entstehenden Reflexionen schaffen immer neue Räume und erweitern die Realität. Das „Farbige Scherbenbild" (2011) verbindet Spiegelscherben mit farbig gefasstem Holz zu einem lebhaft changierenden Objekt, das je nach Blickwinkel und Lichteinfall vollständig unterschiedliche Bilder zeigt. Das „Scherbenbild mit blau vertikal, unter Plexiglas" fügt dieser Raumöffnung eine ruhende Vertikalachse hinzu und schützt das fragile Innenleben zugleich hinter einer Plexiglasscheibe. Megerts eigener Anspruch – „Kunstwerke sind Seh- und Denkmodelle" – findet in diesen Scherbenbildern unmittelbaren Ausdruck.