Salz - #2497
Salz - #2497
Dirk Salz

#2497, 2019

Erdgeschoss
Erdgeschoss

Technik: Pigmente und Kunstharz auf Multiplex

Masse: 160 x 140 x 12 cm

Dirk Salz, 1962 in Bochum geboren, malt wie ein Bildhauer. Seine Arbeiten tragen keine Titel, nur Nummern. Was sie ausmacht, ist der Aufbau.

Auf eine Platte aus Multiplex, MDF oder Aluminium trägt Salz Schicht für Schicht Kunstharz auf, das er mit reinen Pigmenten versetzt. Der Grund ist meist schwarz, von dort baut sich die Farbe nach oben auf, vom Dunkel ins Licht. Teile der Fläche klebt er ab und füllt sie im nächsten Durchgang mit unpigmentiertem Harz, so entstehen klare Kanten und Zonen. Sieben bis acht Schichten sind die Regel, oft sind es mehr als zehn und fast doppelt so viele Arbeitsgänge. Jede Lage braucht Zeit zum Aushärten. Format, Komposition und Anzahl der Schichtungen legt Salz vorab in maßstabsgetreuen Skizzen fest. Nichts daran ist Zufall.

Die oberste Lage bleibt transparent und hochglänzend. Sie wirkt wie eine Schwelle. Wer vor dem Bild steht, sieht sich darin gespiegelt und blickt zugleich in eine Tiefe, die physisch kaum vorhanden ist. Das Bild stößt den Betrachter heraus und zieht ihn im selben Moment hinein. Genau dieser Widerspruch ist das Thema.

Salz kam über die Malerei Gerhard Richters zu seiner Form und arbeitete zunächst mit vielschichtig gerakelten Ölbildern, bevor er zu transparenten Materialien wechselte. Näher steht er heute Barnett Newman, Mark Rothko und Ad Reinhardt. Seine Lektüre von Kant, Schopenhauer und Nietzsche führt ihn zu der Frage, die hinter den Bildern steht: Wie verlässlich ist das, was wir sehen? Die Schichten geben darauf keine Antwort. Sie machen sichtbar, dass jede Oberfläche eine Geschichte hat und dass wir immer nur ihren obersten Zustand wahrnehmen.