fragments 07, 2020
Gemälde mit Pastell auf Leinwand
Masse: 54 x 20 x 6 cm
Angela Eisenköck, geb. 1953, beschäftigt sich seit rund 15 Jahren mit Malerei und Grafik. Bereits in den 1970er Jahren, während ihres Studiums der Architektur an der Technischen Universität Graz, verspürte sie den starken Wunsch einer kreativen Auseinandersetzung mit bildender Kunst. Dort sammelte sie ihre ersten Erfahrungen im künstlerischen Gestalten am Institut für Baukunst bei dem heute vor allem als Jazzmusiker bekannten Adelhard Roidinger, der auch Vorlesungen zu kybernetischen Methoden hielt. Im Fokus ihrer künstlerischen Ambition stand zunächst die Porträtmalerei. Vor allem bewunderte sie die oftmals verstörenden Bilder menschlicher Figuren der südafrikanischen Malerin Marlene Dumas. Daneben entstand auch eine Serie von Tuschpinselzeichnungen in Hochformat von Porträtköpfen in einer sehr reduzierten Farbgebung mit starken Hell- Dunkelkontrasten.
2018 beginnt eine neue Werkphase mit großformatigen Pastellen auf Leinwand mit dem Titel „Fragments“. Während eines Spitalsaufenthalt beobachtete Angela Eisenköck das langsame Vergehen der vielen prächtigen Blumensträuße in ihrem Krankenzimmer und dieser Verfallsprozess provozierte ihre Wahrnehmung bzw. weckte in ihr den Willen zur künstlerischen Darstellung.
Dieses Phänomen der Vergänglichkeit der Natur rückte immer mehr in den Fokus ihres künstlerischen Interesses und verlangte nach weiterer intensiver ästhetischer Auseinandersetzung. Aber nicht die üppige Pracht der floralen Welt reizen sie zu zeichnen und zu malen, sondern die unscheinbaren, verkrümmten Blätter beispielsweise einer verblühten Rose, in ihrem Zustand des Verwelkens und Absterbens, oder ein vertrockneter Zapfen, der vom Nadelbaum abgefallen ist.