L'homme qui marche, 1957
Druck als Lithografie auf Velin
Masse: 76 x 58 cm
Alberto Giacometti war ein Schweizer Bildhauer, Maler und Grafiker der Moderne, der nach 1922 hauptsächlich in Paris lebte und arbeitete. Er gehört zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Sein Werk ist vom Kubismus, Surrealismus und den philosophischen Fragen um die condition humaine sowie vom Existentialismus und von der Phänomenologie beeinflusst. Während der Kriegsjahre entstanden zunächst Plastiken von minimaler Größe, oft von einer Höhe von nur wenigen Zentimetern. Giacometti versuchte, ihm nahestehende Menschen so zu modellieren, wie er sie nach Begegnungen in Erinnerung behalten hatte. Der Künstler fasste diese Entwicklung jedoch als Sackgasse auf und in den Nachkriegsjahren entstanden Zeichnungen und Plastiken, die eine gegenteilige Strategie erkennen lassen. Die Figuren dieser Zeichnungen, darunter auch L’Homme qui marche, waren nun durch eine Überlänge besonders der Gliedmaßen gekennzeichnet.
Nach Einschätzung von Kunsthistorikern ist L’Homme qui marche (Der schreitende Mann) als lebensgroße Plastik „eines der wichtigsten Werke“ von Giacometti. Sie entstand 1960. Anlass für lithografische Arbeiten war 1951 Giacomettis erste Ausstellung in der Galerie Maeght – er schuf Illustrationen für die Galeriezeitschrift Maeghts. Die in Folge ab 1953 entstandenen zahlreichen Radierungen und Lithografien greifen „das Thema der menschlichen Gestalt als Bezugsachse der Durchdringung der Raumdimensionen auf, das sein skulpturales Werk charakterisiert“ und „in Konfrontation mit den zeichnender Raumperspektive moduliert.“