ohne Titel, 2015
Gemälde aus Acryl auf Leinwand (Glaspulver))
Masse: 220 x 180 x 6 cm
Künstlerisch ist Gasteiger ein Grenzgänger in den Regionen zwischen Malerei, Zeichnung und Skulptur, die er durch Überspielung und Verwischung ihrer Grenzen zu einer Selbstüberprüfung zwingt. Er zeigt, dass ein Bild nicht allein durch eine mit einem Pinsel aufgetragene Farbe entsteht, eine Zeichnung nicht nur durch eine Linie auf einer Fläche, eine Skulptur nicht nur durch einen Körper im Raum. Er verschiebt und erweitert die Identitäten – das Bild ist Zeichnung, ist Skulptur. Aus der offen gehaltenen Frage nach den Übergängen zwischen Fläche und Raum, Materiellem und Immateriellem, nach der Gleichzeitigkeit spezifischer Qualitäten von Bild, Zeichnung und Objekt in der Integrität eines Werkes entsteht die Lebendigkeit und Bewegung der Arbeit Gasteigers.
Jakob Gasteiger, in Salzburg geboren, lebt in Wien und im niederösterreichischen Weinviertel. Er hat die Frage, ob er Maler sei und ob das, was er mache, Bilder seien, bejaht, denn für die meisten seiner Werke seien die Vereinbarungen für ein Bild erfüllt – Farbe auf einer rechteckigen Leinwand, die an die Wand gehängt wird. Eine besondere Eigenschaft seiner Werke ist aber, dass sie die traditionellen Bestimmungen der Malerei auch überschreiten. Seit 1984 zeigen namhafte Galerien und Museen im gesamten deutschsprachigen Raum die Werke Jakob Gasteigers in Einzelausstellungen.