PIENE_Struwwelpeter 2
PIENE_Struwwelpeter 2
Otto Piene

Struwwelpeter 2, 1990/1991

4. Obergeschoss
Epoche
4. Obergeschoss
Epoche

Oel und Russ auf Leinwand

Masse: 200 x 200 cm

Die grossformatige Arbeit Struwwelpeter 2 lässt sich in die Werkphase Otto Pienes einreihen, in welcher sein künstlerisches Schaffen bestimmt war durch die Wechselwirkung von Kunst und Natur. Die Natur ist hierbei nicht nur als passiver Begleiter zu sehen, sondern elementarer Bestandteil des künstlerischen Prozesses. Die Einbindung des Elementes Feuer in Form von Russ lässt nicht nur die Annahme destruktiver Kraft der Natur zu, es ermöglich darüber hinaus die Suggestion, ein Teil natürlicher Prozesse zu sein, aus welchem Neues geschaffen wird. "Die Reharmonisierung des Verhältnisses zwischen Mensch und Natur", so Otto Piene in der von ihm mitherausgegeben Zero- Zeitschrift (1958), steht im Vordergrund dieser Arbeiten und kann nicht nur als Verhältnis zwischen Mensch und Natur verstanden werden, sondern ebenfalls als ein in sich geschlossener Kreislauf.

1928 im westfälischen Laasphe geboren, gilt Otto Piene als Wegbereiter der Licht und- Feuerkunst. Nach dem Studium der Kunst sowie Philosophie in München und Düsseldorf, gründete Piene gemeinsam mit Heinz Mack 1958 die Düsseldorfer Künstlergruppe Zero. Neben dem künstlerischen Vorstoss mit der Zero-Bewegung, welche u.a. als Antwort auf die Folgen des Zweiten Weltkrieg zu verstehen ist, legte Piene Wert darauf, den Menschen zur Natur zurückzuführen, was in seinen Arbeiten, welche durch die Verwendung von Feuer bestimmt sind, zum Ausdruck kommt. In den 1970er Jahren leitete Piene am Massachusetts Institute of Technology ein Medienlabor für künstlerisch-optische Experimente. Der Berliner Ausstellungskurator Joachim Jäger nannte ihn einen "der großen Kunsterneuerer des 20. Jahrhunderts".