Die Tänzerin, 1984
Gemälde mit Oel auf Leinwand
Masse: 180 x 150 x 4 cm
Otto Muehl war ein österreichischer Aktionskünstler und ein Vertreter des Wiener Aktionismus.
Ab 1970 wurde er durch die Gründung seiner Kommune bekannt, in der Zweierbeziehungen und Kleinfamilien abgeschafft wurden. Sie hatte bis zu 600 Mitglieder. 1991 wurde Otto Muehl in Österreich wegen Kindesmissbrauchs und Verstoßes gegen das Suchtgiftgesetz zu sieben Jahren Haft verurteilt, die er vollständig verbüßte. Auch im Gefängnis beschäftigte sich Muehl intensiv mit Arbeiten der bildenden Kunst und malte etwa 300 Bilder. Nach seiner Freilassung lebte er in Portugal.
1962 fand in Muehls Kelleratelier die erste aktionsähnliche Veranstaltung „Die Blutorgel“ statt, an der auch Adolf Frohner und Hermann Nitsch beteiligt waren. 1966 entwickelte er mit Günter Brus einen neuen Aktionstyp, bei dem der Körper selbst und seine Funktionen als das eigentliche Material begriffen werden. Die Aktivitäten dieser Zeit werden in der Kunstgeschichte heute unter dem Begriff Wiener Aktionismus als eigene Form behandelt. Das Wiener Museum für Angewandte Kunst widmete Muehl seit 1998 zwei große Einzelausstellungen. 2010 zeigte das Leopold-Museum in Wien in einer umfangreichen Schau das Spätwerk Muehls. Bei diesem Anlass entschuldigte sich Otto Muehl in einem offenen Brief erstmals bei seinen Opfern für seine sexuellen Übergriffe.