Mack - Dynamische Struktur in grün 1959, 72
Mack - Dynamische Struktur in grün 1959, 72
Heinz Mack

Dynamische Struktur in Grün, 1959

4. Obergeschoss
Epoche
4. Obergeschoss
Epoche

Gemälde: Oel auf Leinwand

Masse: 63 x 64 cm

1957 trifft Heinz Mack eine Entscheidung, die sein Werk für Jahre bestimmt. Er gibt die gestische Malerei des Informel auf und setzt an ihre Stelle die Struktur. Im selben Jahr gründet er mit Otto Piene in Düsseldorf die Gruppe ZERO. Die Bilder, die daraus hervorgehen, nennt er selbst Dynamische Strukturen. An die Stelle der Komposition tritt eine Ordnung: dicht gesetzte, parallel geführte Elemente, die die ganze Fläche einnehmen. Kein Element gleicht dem anderen exakt, und doch folgt alles einer gleichmäßigen Abfolge.

Was Mack damit sucht, hat er 1958 in der Zeitschrift ZERO knapp formuliert: „Ich gebe der Farbe eine Vibration.“ Die Wirkung entsteht erst im Sehen. Die Reihung beginnt zu flimmern, die Fläche wirkt wie ein Relief, obwohl sie flach bleibt. Die Bewegung liegt nicht im Bild, sondern im Auge.

Der größte Teil dieser Werkgruppe ist auf Schwarz und Weiß reduziert, weil der Hell-Dunkel-Kontrast die Struktur am schärfsten hervortreten lässt. Farbe bleibt die Ausnahme, Grün gehört zu den seltensten Fällen. Es verhält sich anders als das Gegenspiel von Licht und Schatten. Grün schluckt das Licht nicht und wirft es auch nicht zurück, es hält es fest. Die Struktur verliert dadurch ihre Härte. Statt zu flimmern, pulsiert die Fläche ruhig und zieht den Blick hinein. Die Natur, die Mack für seine Malerei ausdrücklich ausgeschlossen hat, klingt hier an, ohne je gegenständlich zu werden.

Die Dynamischen Strukturen entstehen zwischen 1957 und 1963 und bilden den Kern von Macks Malerei. Alles Spätere geht von hier aus: die Lichtreliefs, die Rotoren, die Stelen. Eine grüne Fassung aus dieser Gruppe ist deshalb doppelt selten. Sie zeigt den Künstler an dem Punkt, an dem er die Farbe noch einmal prüft, bevor er sie ganz dem Licht überlässt.