Wilding - PSR 8598
Wilding - PSR 8598
Ludwig Wilding

PSR 8598, 1989

Erdgeschoss
Epoche
Erdgeschoss
Epoche

Stereoskopisches Wand-Scheinobjekt, Unikat

Masse: 86 x 85 x 11 cm

Ludwig Wilding, 1927 in Grünstadt, Deutschland geboren, zählt zu den bedeutendsten Vertretern der kinetischen Kunst und Op-Art Deutschlands. Er starb 2010 in Buchholz in der Nordheide, Deutschland.

Nach seinem Studium der Kunstgeschichte und Philosophie arbeitete Wilding bis in die 1960er Jahre als Designer in der Textilindustrie, bis er anschliessend Mitglied der Kunstbewegung Neue Tendenzen (Nouvelles Tendances) wurde. Bis zu Beginn der 1990er Jahre partizipierte Wilding an zahlreichen Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit lehrte Wilding u.a. auch zwischen 1969 und 1992 als Professor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

2007 gründetet der Künstler zusammen mit seiner Frau Ingeborg Wilding (geb. König) und in Kooperation mit der Stadt Ingolstadt die Stiftung für Konkrete Kunst und Design.

Grundsätzlich lässt sich der sog. Moiré-Effekt als essentielle Basis der verschiedenen Wandobjekte des Künstlers eruieren. Durch die Überlagerung zweidimensionaler Linienstrukturen, welche der Künstler auf verschiedenen Ebenen der Wandobjekte platziert, löst der Künstler eine Irritation in der Wahrnehmung der Betrachtenden aus. Die daraus resultierenden Objekte erzeugen durch diese Schichtung eine Scheinbewegung, eine Virtualität, Stereoskopien sowie paradoxe Körper und Anamorphosen.

Elementarer Teil der Arbeiten des Künstlers ist die Tatsache, dass Wilding die Intention verfolgt, den Betrachter: innen eine Kunsterfahrung zu ermöglichen, welche über das bis dahin Gewohnte bzw. Gekannte hinausgeht. Durch die Anwendung des Moiré-Effekts ist der/die Betrachter: in aktiver Bestandteil des Kunstwerkes und soll diesen ein individuelles und persönliches Erleben bewusst erfahrbar machen.

Durch diese Art des Verschwimmens, basierend auf der Tatsache, dass die Betrachter: innen aktiver Bestandteil der Arbeiten von Wilding sind, treibt der Künstler die Auflösung der Rollenunterschiede zwischen Künstler und Betrachter: innen voran. Vermutlich ist auch seiner Tätigkeit als Designer der Umstand zuzuschreiben, dass die Arbeiten von Ludwig Wilding ohne Vorkenntnisse der Kunstgeschichte oder sonstiger Codes der Kunst konsumierbar werden und seine Kunst als "Kunst für alle" bezeichnet werden kann (Formulierung der Künstlergruppe Groupe de Recherche d'Art Visuel [GRAV] und der Nouvelles Tandences).